DFL Bundesliga Konzept vor Restart gescheitert

DFL Logo - Copyright: Deutsche Fußball Liga
DFL Logo – Copyright: Deutsche Fußball Liga

Das Hygiene- und Quarantäne-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist bereits vor dem Restart des deutschen Profi-Fußballs gescheitert.

Das Gesundheitsamt Dresden schickte zu Recht nach zwei neuen positiven Covid-19-Fällen infolge des Voll-Kontakt-Mannschaft-Trainings des Teams von Dynamo Dresden die gesamte Mannschaft in eine 14-tägige Quarantäne.

Schon vor dem neuen Start der Bundesliga am 16. Mai erweist sich die politische Entscheidung pro Sonderrolle Fußball als vermeidbare klare Fehlentscheidung.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

Fußball Bundesliga Neustart – Die falsche Entscheidung
Fußball Bundesliga: Grünes Licht von der Politik
Beschluss zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie
Dynamo Dresden Team in Quarantäne

10.05.2020 – SPORT4FINAL ZEPPI / Frank Zepp:

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert versuchte am Samstag im ZDF-Sportstudio die Situation um Dynamo Dresden als Einzelfall herunter zu spielen: „Wenn Dresden 14 Tage in Quarantäne geht, ist das kein Grund, die gesamte Saison in Frage zu stellen. Wir ändern momentan nicht das Ziel, sondern nur die Pläne.“

Die DFL und ihr millionenschweres Produkt „Fußball Bundesliga“ hält also an der fragwürdigen Entscheidung, die Saison in den beiden Profi-Ligen zu „Ende“ zu bringen, knallhart fest. Wettbewerbsverzerrungen und sportliche Ungerechtigkeiten werden billigend in Kauf genommen. Hauptsache, das Werbe- und Fernseh-Geld fließen und Bundesliga-Clubs gerettet werden können (wie lange eigentlich?), die durch die Lizenzierung der DFL gekommen sind, obwohl sie scheinbar kein langfristiges, wirtschaftliches Überlebens-Fundament besitzen.

Kommen wir aber zum eigentlichen Knackpunkt des DFL-Hygiene- und Quarantäne-Konzeptes, das im Ansatz gelinde gesagt falsch ist und selbst von der Sportminister-Konferenz sowie auch Bundes-Innenminister Horst Seehofer in einem gravierenden Punkt abgelehnt wurde: Der Umgang mit Covid-19-Infizierten aus dem Spieler- oder Betreuerstab in Einzel- und nicht in Team-Quarantäne von 14 Tagen.

Im Gegensatz zu den drei Fällen beim 1. FC Köln (Individual- und Gruppen-Training) war Dynamo Dresden bereits im vollen Mannschafts-Training mit Voll-Kontakt. Deshalb folgte auch die richtige Auslegung der gesundheitlichen Fürsorge durch das Gesundheitsamt Dresden. Denn klar war schon vor der politischen Neustart-Entscheidung: Mannschafts-Training und Pflichtspiele mit Voll-Körper-Kontakt beschwören die Gefahr herauf, dass sich das Virus weiter verbreitet, und das auch noch unkontrolliert.

Die Politik um Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer hat mit dem „grünen Licht“ für den Neustart der beiden Bundesligen den örtlichen Gesundheitsämtern den „schwarzen Peter“ der Quarantäne-Entscheidungen zugeschoben. Eine umgekehrte politische Entscheidung gegen den Profi-Fußball wäre richtig gewesen und hätte die Arbeitsbelastung der Gesundheitsämter ein wenig entschärft. Ob die Fußball Bundesliga die geplante Saison zu Ende spielen kann, wird die Zukunft zeigen. Ein Saison-Abbruch wäre schon heute folgerichtig.