DFL mit verspäteter Einsicht nach „Salami-Taktik“

Fußball Stadion: DFL mit verspäteter Einsicht nach „Salami-Taktik“ – Quelle: pexels
Fußball Stadion: DFL mit verspäteter Einsicht nach „Salami-Taktik“ – Quelle: pexels

Fußball DFL Deutschland: Kommentar. Zeppi Kolumne.

Die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL) verletzten am Freitag das solidarische Prinzip unserer Gesellschaft und wollten mit aller Macht sowie angesichts ökonomischer Interessen den Spieltag in erster und zweiter Bundesliga mittels „Geisterspiele“ durchbekommen.

Fehlende Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein müssen sich die DFL-Chefs vorwerfen lassen.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

14.03.2020 – ZEPPI SPORT NEWS / Frank Zepp:

Fußball DFL Deutschland: Nicht von seriöser Einsicht geprägt, sondern erst durch den Druck von der Öffentlichkeit, Fans, einzelner Vereine und Spielern kam die DFL am Freitag Nachmittag zur „Eil-Entscheidung“, den Spielbetrieb bis zum 2. April sofort ruhen zu lassen.

Was diese DFL-Bosse bislang nicht verstanden hatten: Die Priorität der Gesundheit aller Menschen und der Sportler vor ökonomischen Interessen! Diesbezüglich spielt der Fußball immer eine Sonderrolle. Denn es gibt in solch einer gesundheitliche Krise und Ausnahme-Situation auf der ganzen Welt wichtigere Dinge als den Sport.

Dabei gehört der Fußball mit der DFL zu den Schlusslichtern, denn fast alle anderen deutschen Verbände haben bereits den Spielbetrieb unterbrochen oder die Saison beendet. Bis zu dieser, doch noch von (Schein)-Vernunft und Realismus geprägten Entscheidung, also der „Rolle rückwärts“ der Vormittags-Entscheidung, wurde seitens der DFL-Führungskader viel Vertrauen und Porzellan zerschlagen. Eine Telefonkonferenz der Liga entschied am Freitag vormittag die Aussetzung des Spielbetriebs erst ab kommenden Dienstag.

Dann am Mittag in der Pressekonferenz des FC Bayern München die groteske Verteidigung der DFL-Entscheidung für „Geisterspiele“ durch den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge: „Es geht am Ende des Tages auch im Profi-Fußball um Finanzen.“ Gemeint war eine hohe Millionen-Zahlung der TV-Medien-Partner der DFL. Nur am Rande wurde scheinbar zur Kenntnis genommen, dass viele europäische Ligen und die UEFA mit Champions League und Europa League bereits den Spielbetrieb unterbrochen hatten. Insofern kam die Einsicht zur Unterbrechnung durch die Deutschen Fußball Liga viel zu spät.

Selbst am frühen Nachmittag verteidigte DFB-Präsident Fritz Keller in einer vom DFB veröffentlichten Stellungnahme die Entscheidung von „Geisterspielen“ an diesem Wochenende. Nur dem Amateurbereich wurde das Aussetzen des Spielbetriebs empfohlen. Die anstehenden Länderspiele gegen Spanien und Italien kann sich Keller vor leeren Rängen nicht vorstellen und er geht davon aus, dass diese nicht stattfinden werden.

Was wäre passiert, wenn es den Bremer Senator Ulrich Mäurer nicht gegeben hätte, der im Gegensatz zur DFL und vor der „Eil-Entscheidung“, das Match zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen am Montag absagte, weil einige Tausend Fans vor den Stadiontoren erwartet wurden. Dies entspräche nicht dem aktuellen Grundsatz der Meidung sozialer Kontakte.

Zum Glück zeigte der Fußball ein wenig Erkenntnis-Zuwachs in den entscheidenden Stunden und wich spät von seiner „Salami-Taktik“ ab. Ein Ruhmesblatt war dies wiederum nicht für Deutschlands Fußball.

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