Handball EM 2020 Frauen: Deutschland unter Erfolgsdruck

Handball WM 2017 Frauen - Axel Kromer - DHB Deutschland - Copyright: SPORT4FINAL
Handball WM 2017 Frauen – Axel Kromer – DHB Deutschland – Copyright: SPORT4FINAL

Handball EM 2020 Frauen EHF EURO Dänemark, Hauptrunde, Kommentar:

Deutschlands Handball-Nationalmannschaft der Frauen mit Bundestrainer Henk Groener steht nach niveauarmer Performance in der Vorrunde am Scheideweg der Handball Europameisterschaft: Gelingt mit den drei Matches in der Hauptrunde gegen Ungarn, Weltmeister Niederlande und Kroatien der „Qualitäts-turnaround“?

Im dritten Jahr der neuformierten deutschen Mannschaft, davor lagen drei Jahre der Stagnation unter den Bundestrainern Jakob Vestergaard und Michael Biegler, muss sich nun unter Henk Groener zeigen, ob unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Corona Pandemie (die aber für alle Teams gelten) das DHB-Team sich nicht nur weiterentwickelt sondern auch in den Ergebnislisten auf dem „Weg nach oben“ (Henk Groener) ist.

Aus Redaktionssicht ist jetzt die Zeit zum Liefern reif mit dem Erreichen des Halbfinals oder mindestens des Spiels um den fünften Platz bei der EHF EURO 2020.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

Handball Europameisterschaft 2020:

Handball EM 2020: Deutschlands Frauen mit Stagnation

Deutschlands Weg ins Halbfinale

Henk Groener „Nicht das Gelbe vom Ei“

Henk Groener „Wellenförmige Leistungsdynamik“

Deutschland in der Hauptrunde

Handball EM 2020: Henk Groener „Auf dem Weg nach oben“

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EHF EURO: Deutschlands 18er Kader

12.12.2020 – ZEPPI / Frank Zepp:

Handball EM 2020 Frauen EHF EURO Dänemark, Handball Europameisterschaft, Hauptrunde, Gruppe II mit Deutschland:

Blick-Zurück

Bei der Handball EM 2018 belegte die von Bundestrainer Henk Groener neuformierte und verjüngte deutsche Mannschaft den zehnten Platz. Nach WM-Platz 8 in Japan und der damit verpassten Olympia-Qualifikation für Tokio sagte Henk Groener: „Wir wollen bei der Europameisterschaft einen Schritt weiter kommen – der Weltspitze näher kommen.“ Zwei vermeidbare Niederlagen bei der EHF EURO 2018 in Frankreich in der Hauptrunde gegen Ungarn und bei der Handball WM 2019 in Japan verhinderten eine bessere Endplatzierung. Höchst ärgerlich: Bei der Niederlage gegen Serbien fehlte nur ein Tor zum Remis und damit zum Einzug ins Semifinale bei der Handball Weltmeisterschaft in Japan.

Deutschlands Stamm-Kader seit 2018 zusammen

Henk Groeners neuformierte deutsche Nationalmannschaft besitzt im dritten Entwicklungs-Jahr ein klares personelles Gesicht. Zehn Spielerinnen des diesjährigen EM-Kaders waren 2018 und 2019 bei den genannten Höhepunkten dabei: Eckerle und Roch im Tor sowie im Feld Kapitänin Naidzinavicius, Berger, Behnke, Grijseels, Bölk, Großmann, Schulze und Weigel. Smits musste bei der WM 2019 verletzungsbedingt passen. Gleiches gilt in diesem Jahr für Schmelzer und Zschocke. Stolle, EM-All-Star 2018, fehlt wegen einer Corona-Infektion im November. Insgesamt steht die erweiterte Stammformation des Bundestrainers nun schon beim dritten Großereignis für Deutschland auf der Platte.

Da Henk Groeners aktueller Vertrag bis zum 31. Dezember 2021 läuft und die deutschen Frauen sich nicht für Olympia 2021 in Tokio qualifizierten, bleibt die Hoffnung für alle Fans und den Bundestrainer auf eine Medaille bei dieser Europameisterschaft oder der Weltmeisterschaft 2021 in Spanien. Insofern ist es jetzt in Dänemark an der Zeit, eine Medaille oder mindestens den sechsten Platz zu erkämpfen. Hierfür ist aber ein Performance-Quantensprung in der Hauptrunde, Abwehr-Stabilität und Angriffs-Steuerung sowie Wurfeffizienz, notwendig.

Henk Groeners Analyse der Vorrunde

„Wir haben uns mehr gequält als gespielt, aber gekämpft … Wir hatten eine wellenförmige Leistungsdynamik … Unser Spiel war nicht das Gelbe vom Ei … Unser Tempospiel mit mehr Mut vorantreiben … Unsere Stärken wieder aufbauen … Wir tun uns schwer, unser Leistungsniveau abzurufen. Wie andere Mannschaften auch … Wir spielen noch nicht das Spiel, was wir wollen. Wir müssen erst in unsere Normalform kommen.“

Drei Tage zuvor äußerte sich der Bundestrainer zur Erwartungshaltung: „Die Erwartungshaltung ist etwas zu hoch. Stabilität kann man sich nur über Training und Spiele erarbeiten. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Bis auf Norwegen weiß bei diesem Turnier keine andere Mannschaft, wo sie steht … Wir sind noch nicht eine stabile Spitzenmannschaft. Die Mannschaft befindet sich im Aufbau, auf dem Weg dorthin. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern. Gegen Norwegen war das in manchen Bereichen ein Schritt zurück … Wir sind auf dem Weg nach oben. Wir gehören nicht zu den großen Favoriten im Turnier – können aber gegen alle Teams mithalten. Davon bin ich überzeugt … Das Halbfinale zu erreichen ist noch möglich – wäre sehr toll.“

Axel Kromer: Drei Siege in der Hauptrunde

Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes, äußerte sich in der heutigen DHB-Pressekonferenz sehr optimistisch: „Wir sind glücklicherweise in die Hauptrunde gekommen. Norwegen war eine Leistungsklasse über uns. Wir sind gegen Ungarn top vorbereitet. Vor den Niederlanden brauchen wir uns nicht zu verstecken. Kroatien habe ich mir gestern angesehen. Handballerisch sind sie uns nicht überlegen. Mit guten Leistungen sind wir in der Lage, die drei Spiele in der Hauptrunde zu gewinnen.“ Diesen Gedanken folgend würde das für die DHB-Frauen-Auswahl das Erreichen des Halbfinals der Europameisterschaft bedeuten. Klarer konnte der Sportvorstand das Ziel der Nationalmannschaft nicht umreißen.

Quintessenz

Für den Kommentator liegt die logische Gedankenkette auf der Hand: Mit der notwendigen Leistungssteigerung wächst das Selbstbewusstsein der deutschen Spielerinnen. Dann stellen sich Erfolge ein, die nun mal das I-Tüpfelchen jeder Sportlerin sind. Wenn dieser Prozess mit der individuellen sportlichen Weiterentwicklung einerseits und damit des Teams andererseits voran schreitet, dann sehen wir die deutsche Mannschaft im Halbfinale dieser EHF EURO 2020. Es ist Zeit zu liefern. Dem Sportvorstand gehört aber natürlich das letzte Wort: „Wir können mehr leisten als in der Vorrunde. Das haben alle Spielerinnen gestern angesprochen.“ Dann bitte auch auf den Platten von Kolding und Herning zeigen.

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